Kennzahlen und Ziele
E3-3 – Ziele im Zusammenhang mit Wasser- und Meeresressourcen
Im Bereich des Wassermanagements hat thyssenkrupp bislang keine konzernweiten quantitativen Ziele im Sinne des ESRS E3 definiert. Der Grund hierfür ist die hohe Standortspezifik einzelner wasserbezogener Risiken und Maßnahmen sowie die branchen- und produktspezifische Heterogenität innerhalb des Unternehmens. Statt allgemeiner Ziele verfolgt thyssenkrupp daher eine dezentrale Steuerung auf Basis standortbezogener Programme, etwa über integrierte Umweltmanagementsysteme oder spezifische Regelungen wie den Wasserwirtschaftsplan der thyssenkrupp Steel Europe AG.
Die Wirksamkeit wasserbezogener Konzepte und Maßnahmen wird dennoch bedarfsorientiert überwacht. Am Standort Duisburg-Nord geschieht dies im Rahmen des Wasserwirtschaftsplan zum Beispiel durch das Monitoring von Wasserentnahmen, -ständen und Abwasserqualitäten. Die Notfallvorsorge wasserabhängiger Prozesse wird im Rahmen des Betriebskontinuitätsmanagements regelmäßig überprüft. Die Umsetzung von menschenrechts- und umweltbezogenen Sorgfaltspflichten erfolgt über etablierte Risiko- und Kontrollprozesse inklusive Standort- und Lieferkettenbewertungen sowie der Nachverfolgung eingeleiteter Maßnahmen.
E3-4 – Wasserverbrauch
Im Rahmen dieser Angabepflicht legt thyssenkrupp Informationen über den Wasserverbrauch im Rahmen der eigenen Tätigkeiten offen. Das Ziel ist, ein Verständnis für den Umfang und die Entwicklung des Wasserverbrauchs zu schaffen. Die Offenlegung umfasst neben dem gesamten Wasserverbrauch auch den Verbrauch in Gebieten mit Wasserrisiken, die Menge an recyceltem und wiederverwendetem Wasser sowie Angaben zu gespeicherten Wassermengen. Überdies wird die Wasserintensität des Unternehmens offengelegt. Ergänzend werden die Bezugs- und Entnahmequellen sowie die Abgabe- und Einleitungsdestinationen differenziert ausgewiesen, um Transparenz über Herkunft und Verbleib der Wasserströme zu schaffen.
Für die Erhebung der Daten zum Wasserverbrauch werden unterschiedliche Methoden angewendet. Dazu gehören die direkte Messung (38 %), Berechnungen auf Basis betrieblicher Parameter (21 %), Modellierungen (9 %), Schätzungen (20 %) sowie eine rechnungsbasierte Erfassung (12 %). Die angegebenen Werte geben den jeweiligen Anteil an der Gesamtdatenerhebung wieder. Ergänzend werden für Schätzungen und Berechnungen zugrunde liegende Annahmen, Datengrundlagen und gegebenenfalls verwendete Standards dokumentiert. Für gespeicherte Wassermengen erfolgt die Erfassung jeweils als Zeitpunktbetrachtung am Ende des Geschäftsjahres.
Wasserquantität und -qualität betroffener Einzugsgebiete wird im Rahmen einer standortbezogenen Analyse beurteilt. Die Beurteilung der Wasserquantität erfolgt auf Basis des Wasserstresses, definiert als Verhältnis zwischen gesamter Wassernachfrage sowie den verfügbaren erneuerbaren Wasserressourcen. Auf dieser Grundlage werden Standorte in abgestufte Risikokategorien eingeteilt, von sehr niedrig bis sehr hoch. Die Wasserqualität wird hingegen anhand der biologischen Sauerstoffzehrung (Biological Oxygen Demand, BOD) bewertet. Dieser Indikator misst den Sauerstoffbedarf von Mikroorganismen zur Zersetzung organischer Stoffe in Süßwasser und erlaubt Rückschlüsse auf die Belastung durch Nähr- und Schadstoffe sowie die ökologische Funktionsfähigkeit der Gewässer. Ein Standort wird als Standort in einem Wasserrisikogebiet eingestuft, wenn entweder mindestens ein hoher Wasserstress vorliegt oder wenn die Qualität des verfügbaren Süßwassers als sehr schlecht bewertet wird. Aus methodischen Gründen der Datenerhebung wird im Rahmen der KPI-Ermittlung zum Wasserverbrauch in Wasserrisikogebieten der gesamte Wasserverbrauch von Berichtseinheiten berücksichtigt, sobald mindestens einer ihrer Standorte in einem Wasserrisikogebiet liegt, wodurch der in diesem Geschäftsbericht ausgewiesene Wert höher sein kann als der tatsächliche Verbrauch in diesen Gebieten.
Die Datenerhebung kombiniert interne und externe Informationsquellen. Intern werden standortbezogene Verbrauchsdaten wie Wasserentnahmen, -einleitungen, Recycling- oder Speichermengen erfasst. Darüber hinaus werden externe Datensätze herangezogen, die Schwellenwerte und Vergleichsgrößen für Wasserquantität sowie Wasserqualität liefern. Auf dieser Grundlage erfolgt für Standorte eine Auswertung der Verhältnisse im unmittelbaren Umfeld. Daher können regionale Unterschiede in der Verfügbarkeit und Qualität von Wasserressourcen in die Bewertung einbezogen werden.