Steel Europe
Auftragseingang und Umsatz
Der Auftragseingang von Steel Europe lag im Geschäftsjahr 2024 / 2025 sowohl mengen- als auch wertmäßig deutlich unter dem des Vorjahres. Die Menge der Bestellungen war im Geschäftsjahr 2024 / 2025 insgesamt 4 % niedriger als im Vorjahr. Insbesondere die Nachfrage aus den Bereichen Stahlhandel und aus der Rohrindustrie sowie nach Weißblech für die Verpackungsbranche sanken im Vergleich zum vorigen Geschäftsjahr. Der Umsatz blieb ebenfalls deutlich unter dem Vorjahreswert. Eine wesentliche Ursache dafür war die um 6 % verringerte Versandmenge; Einbußen waren vor allem bei Automobil- und Industriekunden zu verzeichnen. Bei Verpackungsstahl und kornorientiertem Elektroband (nur Berücksichtigung fortgeführter Geschäftsaktivitäten, d. h. ohne thyssenkrupp Electrical Steel India) entwickelte sich der Umsatz im Verlauf des Geschäftsjahres mit insgesamt höheren Versandmengen als im Vorjahr positiv.
Die Rohstahlerzeugung einschließlich der Zulieferungen der Hüttenwerke Krupp Mannesmann lag mit 9,3 Mio t deutlich unter dem Wert des Vorjahres. Sowohl bei der Rohstahlproduktion als auch bei einigen Anlagen nachgelagerter Wertschöpfungsstufen kam es im Jahresverlauf wegen Umbaumaßnahmen und technischer Störungen zu vorübergehenden Produktionseinschränkungen. Infolgedessen blieb die Walzstahlerzeugung mit 8,3 Mio t ebenfalls deutlich unter Vorjahresniveau (9,4 Mio t).
Bereinigtes EBIT
Das Bereinigte EBIT lag im Berichtsjahr trotz des schwächeren Erlös- und Versandmengenniveaus sowie einer deutlich geringeren Produktionsauslastung wegen der geplanten Umbaustillstände über dem Vorjahreswert. Diese positive Entwicklung ist insbesondere auf rückläufige Rohstoffkosten, positive Einmaleffekte im Zuge der Aufhebung von Betriebsvereinbarungen bzw. erfolgter Neueinschätzungen von Risiken und niedrigere Abschreibungen infolge der außerplanmäßigen Wertberichtigungen im vorherigen und laufenden Berichtsjahr zurückzuführen. Positive aperiodische Effekte bei Energien (i. W. Strompreiskompensation) wurden durch die im Vergleich zur Vorperiode gestiegenen Energiekosten nahezu ausgeglichen. Maßnahmen aus dem APEX-Programm wirkten weiterhin unterstützend über die gesamte Wertschöpfungskette des Segments, etwa in Form von Effizienzsteigerungen in der Produktion und in der Logistik sowie in Form genereller Kostenverbesserungen und Einkaufserfolge. Ein signifikanter Hebel dabei ist beispielsweise die gleichzeitige technische und kommerzielle Optimierung des Rohstoffeinsatzes.
Sondereffekte
In der Berichtsperiode ergaben sich Wertminderungsaufwendungen in Höhe von 602 Mio €, die mit 597 Mio € Sachanlagen betrafen. Weiterhin ergaben sich aus der Bewertung der CO2-Termingeschäfte Erträge in Höhe von 146 Mio €. Darin enthalten sind Erträge von 127 Mio € aus der Beendigung von Cashflow-Hedges. Darüber hinaus haben wir aus dem Verkauf von thyssenkrupp Electrical Steel India einen Gewinn von 328 Mio € erzielt.
Investitionen
Die Arbeiten auf der Baustelle der Direktreduktionsanlage schreiten weiter voran; im 3. Quartal 2025 wurden die Schal- und Bewehrungsarbeiten sowie Großbetonagen für den Turm der Direktreduktionsanlage und die beiden Einschmelzer ausgeführt. Die Planungen für die Nebengebäude (z. B. Büro- und Trafogebäude) sind weiter fortgeschritten.
Die neuen Kernaggregate der Strategie 20-30 wurden nach rund zwei Jahren Bau- und Montagezeit am Standort Duisburg im Sommer 2025 erfolgreich fertiggestellt und in Betrieb genommen. Mit der neuen Stranggießanlage 4, dem umfassend modernisierten Warmbandwerk 4 mit zwei neuen Hubbalkenöfen und einer perspektivisch vollautomatisierten Brammenlogistik wurden zentrale Schnittstellen des Produktionsnetzes modernisiert und optimiert.